Der Umweltpreis 2009 des Landkreises Aichach-Friedberg haben der Schulverband Mering und der Imkerverein Mering erhalten. Vor vielen Prominenten aus Politik und Wirtschaft ist der Umweltpreis zum 19. Mal vergeben worden. Landrat Knauer stellte in seiner kurzen Begrüßungsansprache klar, dass auch durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nicht dazu führen darf, lokal nichts mehr zu machen. Der Landkreis wird sich auch weiterhin dem Umweltschutz verpflichtet sehen und sich bei folgenden Theme engagieren:
- Regionales Klimaschutzkonzept für den Großraum Augsburg
- Naturverträgliches Landschaftnutzungskonzept und
- Biotop-Verbund
Der Festredner Prof. Dr. Armin Reller der Universität Augsburg betonte in seinem Vortrag zum Thema "Wieviel Erde braucht der Mensch?", dass wir die Erde jetzt schon 1,5 fach verwenden. Wir leben also auch im Umweltbereich schon auf Kredit, wie bereits in der Wirtschaft. Für Armin Reller ist eine grundlegende Änderung der Ressourcenstrategie erforderlich und machte dies an anschaulichen Beispielen fest.
Der Transport zum Beispiel von 1 kg Spargel erzeugt bei dem Transport von Chile nach Deutschland per Flugzeug (Anm. Spargel kann nicht eingefroren werden) etwa 17.000 Gramm CO2. Ein regional erzeugter Spargel, wie der Schrobenhausener Spargel erzeugt dagegen nur 60 Gramm CO2. Der Verbraucher kann durch sinnvolles Einkaufen, z.B. regionale Produkte zum Zeitpunkt der Erzeugung kaufen, viel für eine CO2-Reduktion tun.
"Die Landwirtschaft ist in eine Schieflage geraten", so Armin Reller
Die Landwirtschaft, wie auch andere Bereiche, sind durch die Industrialisierung, zuerst mit Dampfmaschine und dann mit dem Dieselmotor, in der Produktion immer stärker auf Maschinenkraft angewiesen. Das Problem, das sich in der Landwirtschaft besonders stellt, ist der überproportionale Einsatz von Energie, dem die durch die Pflanzen gewonnene Energie entgegen steht. Vor allem der Treibstoff und energieintensiver Einatz von Stickstoffdünger führen in diese Energie-Schere.
"Ökologische Landwirtschaft schafft regionale Arbeitsplätze und benötigt weniger Energie", so Armin Reller
Im Gegensatz zur herkömmlichen Landwirtschaft sieht Armin Reller die ökologische Landwirtschaft im positiven Licht und stellte hier als Untersuchungsobjekt die Hofpfisterei in München vor. Die Untersuchung ergab, dass hier vermehrt Arbeitsplätze geschaffen wurde und die Hofpfisterei seit über 100 Jahre überlebt hat.
Der Wasserverbrauch sieht er als weitere Herausforderung an, da wenigen bewusst ist, dass wir zwar als direktes Wasser 124 l/Tag verbrauchen, aber das indirekte Wasser oder Graue Wasser einen Umfang von 5.300 l/Tag beträgt. Das graue Wasser wird für die Produktion von Gütern oder Nahrungsmittel für den täglichen Verbrauch eingesetzt. Die Baumwolle verbraucht für ihre Erzeugung sehr viel Wasser, das dann zu Wasserproblemen in den Erzeugerländern führt. Als besonders warnendes Beispiel zitierte er Usbekistan und besonders den Ural-See.
Zum Abschluss führte er dann noch die kommenden Probleme mit den Rohstoffen und zeigte, dass China sehr gut aufgestellt ist. Lediglich im Kupferbereich hat China Defizite und versucht diese geopolitisch dadurch auszugleichen, dass China sich in Afrika Kupferminen kauft.
Der Schulwegverband Mering erhielt den Umweltpreis 2009 für die engagierte und hervorragende Realisierung der Nahwärmeintgration in der Hauptschule Mering. Herr Bürgermeister Kandler bedankte sich für den Umweltpreis und betonte, dass die Umsetzung des Projektes nicht immer einfach gewesen sei.
Der Imkerverein Mering erhielt den Umweltpreis 2009 wegen seiner Verdienste für den Bienen- und Naturschutz. Die wichtige Stellung der Bienen im ökologischen Kreislauf sei heute unbestritten. Andreas Vogl, Vorsitzender des Imkerverein, betonte in seiner Rede, dass nicht allein die Varroa-Milbe für das Bienensterben veranrtwortlich sei. Als erster Imkerverein hat Mering auf chemische Mittel zur Varroa-Milben-Bekämpfung verzichtet.
2008 sind im Rheintal 12.000 Bienenvölker gestorben. Es stellte sich heraus, dass ein Pflanzenschutzmittel für dieses gravierende Bienensterben verantwortlich war. 2010 ist dieses Mittel unter anderem Namen (Santana-Granulat) in Bayern in einer Eilzulassung zugelassen worden. Dieses Mittel hat aber keine generelle Zulassung in Bayern. Er sieht noch größere Probleme auf die Bienenvölker zu kommen.
"Es gibt keine Blumen mehr auf den Wiesen", so Andreas Vogl
Dies ist ihm heute bewusst geworden, als er auf der Strecke von Kissing nach Friedberg auf den Wiesen keine Blumen mehr an den Feldrändern sah. Dies mangelnden Blumen führen zu einer Unterernährung der Bienen und zu einer weiteren Schwächung der Bienen. Um diesen Verlust etwas ausgleichen zu können, pflanzten die Meringer Bienenzüchter auf 2.500 m2 eine Blumenwiese an. Dieses Beispiel hat sehr viele Nachahmer von Kissing und Friedberg gefunden. Die Imker suchen immer noch weitere Flächen um diesen Verlust auszugleichen. Er bedankte sich im Namen der 50 Mitglieder des Imkervereins für den Umweltpreis und sehen den Preis als Ansporn für die Zukunft.
Landrat Knauer bedankte sich für die wichtigen Worte. Danach nahm sich die Kreisrätin Doris Gerlach der GRÜNEN Zeit mit den Imkern zu diskutieren. Klaus Becker, Kreisvorsitzende der GRÜNEN schlug vor, auch die Freiflächenfotovoltaik-Flächen für Blumenwiesen zu verwenden.
Zuletzt geändert am: 15.06.2010 um 09:31
Zurück
|