header
Navigation
Unterschriftenliste gegen die B2

Ich bin gegen die Planung und den Bau der B2 neu (Augsburger Osttangente) von der A8 bis zum Anschluss an die B17 bei Oberottmarshausen

Es sind bereits 227 Unterschriften vorhanden.

Unterschrift abgeben

Formular

Keine B 2 neu auf unseren Fluren!

Unterschreiben Sie unseren Aufruf!

  • Die Befürworter nennen als einen Hauptgrund für die neue Trasse, dass die heutige B2 an der Grenze ihrer Belastung angekommen ist. Die Zwangsläufigkeit, dann eine neue Straße zu bauen und das auch gleich noch vierspurig, wird nicht hinterfragt. Auch kann man bezweifeln, ob die B2 an ihrer Belastungsgrenze angekommen ist. Was bedeutet "Belastungsgrenze" denn eigentlich und wer definiert das? Vergleicht man z.B. den Verkehrsfluss auf der B2 zwischen Mering und Augsburg-Hochzoll mit dem Stadtverkehr in München (z.B. mittlerer Ring oder Landsberger Str.) und dem Stadtverkehr in Augsburg (z.B. Friedberger Str.), so stellt man fest, dass der Verkehr auf der B2 deutlich besser fließt und wesentlich seltener Staus auftreten.
  • Die neue B2 Trasse soll in Friedberg als Ausbau der AIC 25 neu erfolgen. Die AIC 25 wurde vor 7 Jahren als Neubau in der Friedberger Au mit dem Anschluss an die A8 dem Verkehr übergeben. Die AIC 25 neu ist von der A 8 bis zur Kreuzung Augsburger Straße (Segmüller) kreuzungsfrei mit vier Brückenbauwerken (zweispurig) ausgebaut und mit Tempo 100 befahrbar. Von einer "Belastungsgrenze" ist diese Straße weit entfernt, der Verkehr läuft auch zu Spitzenzeiten störungsfrei. Die Gesamtkosten betrugen ca. 21,5 Millionen Euro, diese Steuermittel werden durch einen vierspurigen Ausbau zum großen Teil "verbrannt".
  • Die B2 neu wird massiv den Personen- und vor allem den Schwerlastverkehr aus Richtung Ingolstadt nach Süden von der A 8 und der B 17 anziehen und über unsere Fluren lenken. Es gibt keinen Grund, diese zusätzliche Belastung der Region zu provozieren.
  • Die neue B2, autobahnähnlich ausgebaut, tangiert unmittelbar die Friedberger Kernstadt und trennt sie von Friedberg-West und Augsburg ab. Ein Teppich aus Lärm und Abgasen wird die Kernstadt, die angrenzenden Ortsteile Derching, Stätzling, Wulfertshausen, Friedberg-West und die St. Anton Siedlung in Augsburg überziehen. Ein autobahnähnlicher Ausbau macht auch die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h überflüssig. Je höher die Geschwindigkeit, umso größer die Lärmbelastung, besonders in der Nacht.
  • Die Friedberger Au entlang der Lechleite ist das nördliche Naherholungsgebiet von Friedberg und wird durch die B2 diese Funktion endgültig verlieren.
  • Die Friedberger Au ist in ihrem Verlauf im aktuellen Regionalplan als Frischluftschneise für die Stadt Augsburg ausgewiesen. Schon der Ausbau der AIC 25 neu galt nur als Ausnahme.
  • Man muss es klar sagen, die Osttangente wird eine autobahn-ähnliche, 4-spurige Trasse werden mit Seitenstreifen, Mittelstreifen und ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Wenn von Lokalpolitikern immer wieder gesagt wird, "es ist ja nur eine Bundesstraße", so ist dies eine gezielte Verharmlosung.
  • Angeblich brauchen wir die Osttangente für die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises und der Gewerbegebiete. Die Politiker, die dies behaupten versäumen aber einen Plan vorzulegen, wie sie sich diese Entwicklung vorstellen, geschweige denn, dies in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Wo sollen diese Gewerbegebiete entstehen? Wollen wir riesige Logistikzentren mitten in unseren Naherholungsgebieten? Wollen wir mehr Industrie oder mehr Dienstleistung oder mehr Tourismus? Bereits jetzt haben wir gute Verkehrsverbindungen zur A8 und A96. Glaubt man wirklich, dass es für betriebswirtschaftlich denkende Unternehmer von Bedeutung ist, wenn sie evtl. in 20 Jahren 2-3 Minuten schneller auf der A8 sind? Diese Argumente und andere stammen überwiegend vom staatlichen Stadtbauamt Augsburg, welches schon seit Jahren die Osttangente wünscht. Aus Augsburger Sicht kann man das verstehen. Wir sollten uns aber davor hüten, diese interessengesteuerten Argumente ungefragt zu übernehmen.
  • Mering soll das geplagte Kissing dabei unterstützen die Ortsumfahrung zu realisieren. Dass das Kissinger Problem hausgemacht ist, wird ebenfalls nicht diskutiert. Die jetzige B2 ist seinerzeit als Umgehungsstraße für Kissing eingerichtet worden. Wie kann man Baugebiete für Wohnbebauung und große Einkaufsmärkte direkt an der Umgehungsstraße zulassen und sich dann wundern, dass die Anwohner auf die Barrikaden gehen? Auch hier ist die 4-spurige Umfahrung nicht die einzig mögliche (Weg) Lösung. Da es bei der geplanten Tangente keine Einschleifung innerorts geben wird, bleibt der Ziel- und Quellverkehr.
  • Der Flächenverbrauch der gesamten Route ist so groß, dass in etwa 6 Bauern ihre Lebensgrundlage verlieren werden. Hier von Ausgleichsflächen zu reden, ist in unserem Gebiet unrealistisch, denn der verfügbare Grund und Boden ist ja wohl kaum vermehrbar. Wir zitieren einen Landwirt aus Mering mit den Worten "Landwirtschaft in den Lechauen wird mit diesem Projekt nicht mehr möglich sein".
  • Auf der Fläche zwischen Königsbrunn und Lech haben sich kleine Landwirtschaftsbetriebe, Pferdezüchter und Gastronomen angesiedelt und es wird ausgiebig als Naherholungsgebiet genutzt. Die Osttangente wird mitten durch dieses Gebiet führen und es damit als Lebensmittelpunkt und Erholungsort zerstören.
  • Die Naherholungsgebiete am Lech und deren Zugang sind von großer Bedeutung für unsere Region. Erholung für Spaziergänger, Wanderer, Läufer und Radler beginnt heute direkt am Ortsrand von Mering und Kissing mit Wegen durch Felder, Magerrasenbiotope und Naturschutzgebiete wie die Kissinger Heide. Viele Familien und Senioren wählen Mering als Wohnort auch aus diesem Grund. Die neue Trasse läuft mittendurch und wird nach vorliegender Planung weitgehend kreuzungsfrei gebaut werden. Damit wird der ortsnahe Erholungsraum von Mering und Kissing durch Lärm und Gestank zerstört und ein Zugang zu den Lechauen nur noch über wenige Brücken oder Tunnel möglich sein. Das entwertet diese Erholungsgebiete und senkt die Lebensqualität für Mering und Kissing. Die ganze Gemeinde Kissing würde durch die Straße sowohl vom Weitmann- wie auch vom Auensee getrennt werden.
  • Die Trasse wird durch und entlang europaweit bedeutender Naturschutzgebiete (Augsburger Stadtwald, Kissinger Bahngruben und Kissinger Heide) führen und die Auswirkungen sind völlig unklar. Die untere Naturschutzbehörde verfolgt seit langem das Ziel, einen Biotopverbund zu schaffen. Dieses Ziel ist dann nicht mehr umsetzbar. An der Staustufe 23 muss eine 4-spurige Brücke komplett neu gebaut werden, parallel zum Betrieb der alten Trasse. Dies wird nicht ohne Eingriffe in das direkt angrenzende Naturschutzgebiet "Augsburger Stadtwald" gehen.
  • Im unteren Bereich, südlich von Königsbrunn, verläuft die Route durch ein Wasserschutzgebiet, das bisher vor Straßenbau geschützt war. Man darf gespannt sein, mit welchen Kunstgriffen der Bau durch dieses Gebiet dann doch ermöglicht werden soll.
  • Alle Politiker, die dieses Projekt befürworten, erklärten öffentlich, dass sie hauptsächlich die Ortsumfahrung Kissing und Friedberg wollen. Sie sehen aber keine Chance, diese "Kleinprojekte" im Bundesverkehrswegeplan 2015 unterzubringen. Daher wollen sie jetzt die 4-spurige Großlösung "Osttangente" einbringen, da Großprojekte eine bessere Chance haben in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden. Es wird also ganz offen gesagt, dass man das Großprojekt eigentlich nur will, um die zwei kleineren Ortsumfahrungen realisieren zu können. "Lieber diese Straße als keine". Besser kann man unsere Steuergelder, unsere Natur, Umwelt und Heimat nicht verschwenden.
  • Grundsätzlich muss auch die Frage erlaubt sein, wohin der Wachstumswahn in unserer Gesellschaft führen soll. "Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten" –wie weit wollen wir wirklich gehen? Sollen alle Flächen schrittweise zugepflastert, dem Auto geopfert werden und durch neue Straßen neue Verkehrsströme erzeugt werden?


© OpenStreetMap-Mitwirkende

Weiter Informationen auch unter http://keine-osttangente.de/

Grüne Links










© 2015 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Aichach-Friedberg - Letzte Änderung am 30.09.2015 um 22:39.